Rückblick auf ein halbes Jahr mit Kunst und Kultur unterm Schopf

Leben, um zu bleiben und um zu gehen

Ein altes Bauernhaus, ein offenes Tor und Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen: Nach knapp einem halben Jahr blickt „Kunst und Kultur unterm Schopf“, ein Teil von DNA-Die Neuen Alten, darauf zurück, wie Nachbarschaft durch gemeinsam erlebte Kultur wächst. Dieser Bericht fasst zusammen, was es aus dem ersten halben Jahr zu lernen gibt. Und er fragt: Was davon lässt sich auf das geplante Kultur- und Begegnungszentrum im LifeLab (Kleineschholz) übertragen?

Kultur wird hier nicht konsumiert, sondern geteilt

Vor der fulminanten Auftaktveranstaltung (19.6.2026 mit Coco und Lorenz von den Brothers, organisiert über die Haslacher Wundertüte) stand zu Beginn die Suche nach Mithelfenden. Diese Suche ist in dem Beitrag „Unterm Schopf – ein Ort entwickelt sich“ dokumentiert und nach wie vor aktuell. Seither laden wir regelmäßig in die Scheune eines ehemaligen Bauernhauses ein – zu Konzerten, Lesungen und Filmen.

„Unterm Schopf“ folgt dabei jeden Abend demselben einfachen Grundsatz: Alle sind willkommen, alle erleben dasselbe, alle kommen zu Wort. Das ist zugleich ein Stück niedrigschwelliger Demokratie.

  1. Ankommen: Der Schopf ist ebenerdig und rollstuhlgerecht. Niemand muss eine Schwelle überwinden.
  2. Gemeinsam erleben: Musik, Lesung oder Film werden zusammen gehört und gesehen.
  3. Pause: Bei einem Getränk kann das Erlebte nachklingen.
  4. Austausch: Wer mag, bleibt, stellt Fragen und redet mit den Künstlerinnen und Künstlern und mit den Nachbarn.

Kultur wird nicht konsumiert, sondern mit anderen Menschen geteilt – mit denen, mit denen man sonst nicht ins Gespräch kommt. Dahinter steht ein Gedanke für das Quartier: Wer sich besser kennt, versteht einander besser. Und wer sich kennt, hilft in schwierigen Zeiten eher.

Was bisher geschah

Von Sing-along bis Sinti-Musik: Das Programm kam aus dem Stadtteil und blieb im Stadtteil.

  • Coco und Lorenz von den Brothers – ein Konzert zum Mitsingen (Haslacher Wundertüte), Fr. 19.6.2026
  • Haslacher Hofmusik durch die Haslacher Wundertüte – ein Beitrag zum Stadtteilprogramm mit Esther Perales: Brasilianisch-spanische Lieder zur Gitarre und Féjane (Songwriterin), am 11.7.2026
  • Filmvorführung „Suche nach Wahrheit“ mit Michael Albus und anschließendem Filmgespräch mit den Freiburger Filmemachern Petra Gaus und Joe Kilic am 24.7.2026
  • Liegendkonzert mit Matthias Ritter im heißen August, um gemeinsam zu entspannen, 16.8.2026
  • Lesung der Haslacher Schriftstellerin Maria Bosse-Sporleder, in Kooperation mit dem Wohnprojekt Wolke und Musik, am 11.9.2026
  • Chilenisches Jahresfest zur Erinnerung an die Loslösung von Spanien mit Musik von Wasi-Taki, am 18.9.2026
  • Lange Nacht der Demokratie im Cargo Theater zusammen mit AllWeDo e.V., „Demokratie am Küchentisch“ mit Bergit Felsenfeld, der Freiburger Bürgerstiftung, dem Lokalverein Haslach und einem Büchertisch vom Jos Fritz sowie musikalischen Auftritten von Olaf Creutzburg, dem SUSI-Chor und Wasi Taki, am 2.10.2026
  • Lesung von Friederike Moos, einer Haslacher Bewohnerin, über ihre Kindheit, „Es fing so gut an“, mit gemeinsamem Gespräch mit Carmen Rosen, Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin, am 7.10.2026
  • Konzert mit dem Gigolo Reinhardt Jazztett (Bewohner von Haslach) am 16.10.2026

Mehr zu einzelnen Abenden finden Sie auf der Seite Kunst und Kultur unterm Schopf.

Und Kleineschholz? Was sich übertragen lässt

Kleineschholz ist ein Neubaugebiet. Gewachsene Nachbarschaften gibt es dort noch nicht, Bedürfnisse und Besonderheiten müssen erst erarbeitet werden. Genau darin liegt die Chance des Ganztagescafés, ganz im Sinne des Mottos „Leben, um zu bleiben und um zu gehen“. Ein Neubau bietet zudem andere Möglichkeiten als ein altes Bauernhaus. Was es aber dort notwendigerweise braucht:

  • Menschen, die Impulse setzen: Eine oder mehrere Personen, die sich für andere und deren Talente interessieren und Verantwortung übernehmen.
  • Genau hinhören: Menschen verraten oft am Rande, was sie ausmacht. Wer das wahrnimmt, schenkt das Gefühl, zuhause und angekommen zu sein.
  • Mut zu Ideen: Keine Idee ist zu gewagt, um sie nicht erst einmal zu verfolgen und auf ihre Möglichkeiten zu prüfen.
  • Kreativität in den Mittelpunkt: Was Menschen schöpferisch einbringen, verdient es, durch eine Bühne in den Mittelpunkt gerückt zu werden.

Gemeinsam möglich machen

Die Abende sind für alle offen. Damit das so sein kann, gibt es einen Spendentopf, und der darf gern reichlich gefüllt werden. „Kunst und Kultur unterm Schopf“ wird von SAGES eG unterstützt, der Sozialgenossenschaft für gelingendes Älterwerden in Würde. Um „Kunst und Kultur unterm Schopf“ nachhaltig zu machen, dürfen Sie gerne Mitglied der gemeinnützigen, mildtätigen und kollektiven Unternehmung werden. Am einfachsten geht das mit dem Online-Mitgliedsformular.

Aktuelle Infos zum Projekt finden sich entweder auf der Webseite von Kunst und Kultur unterm Schopf oder im Rundbrief von DNA-Die Neuen Alten. Am meisten ist „der Schopf“ jedoch durch Mund-zu-Mund-Propaganda gewachsen: Menschen haben uns direkt angesprochen und wollten über den internen E-Mail-Verteiler über neue Veranstaltungen informiert werden.

Kommen Sie vorbei, hören Sie zu, reden Sie mit.